Der Darstellervertragwird zwischen einem Produzenten und (meistens) einem Schauspieler (fürRegisseure werden i.d.R. ganz ähnliche oder gleiche Verträge abgeschlossen)abgeschlossen. Er ist im Prinzip ein Arbeitsvertrag. Das bedeutet, dass hierein Arbeitsverhältnis (Juristen sagen Dienstvertrag) begründet wird. FürStreitigkeiten über den Vertrag bzw. das Verhältnis sind deshalb auch dieArbeitsgerichte zuständig.

Die wichtigsten Punkte im Darstellervertrag

Folgende Punkte sollten im Darstellervertrag geregelt werden:

  • Tätigkeit/Vertragsgegenstand.Etwa „Der Darsteller wird vom Produzenten für die Rolle … in dem Kinofilm …verpflichtet.“
  • Die Vertragsdauer. Beginn undEnde.
  • Arbeits-bzw. Drehzeiten. Wieviele Drehtage?
  • Was genau ist ein Drehtag? Sind Proben,Vorbereitungen, bloße Anwesenheit am Set auch „Drehzeiten“? Soweit der Begriff„Drehzeit“ für „Arbeitszeit“ benutzt wird so wird man davon ausgehen, dass soetwas wie Kostümproben oder andere Vorbereitungen auch dazu gehören. Eine reineAnwesenheit am Set muss dagegen nicht unbedingt dazu gehören. Wohl aber wennder Schauspieler vorbereitet wird (Maske, Kostüm etc.) aber nicht dazu kommt zuspielen, weil z.B. der Regisseur mit einer Szene nicht fertig wird. Dies wirdman dem Schauspieler als Arbeitszeit anrechnen können. In einem guten undausführlichen Darstellervertrag sollten derartige Punkte berücksichtigt sein.
  • Exklusivität? Muss derSchauspieler während der Drehzeit nur für dieses Projekt zur Verfügung stehenoder darf er auch andere Projekte verfolgen?
  • Verpflichtung des Darstellers aufdie Rolle. Der Darsteller muss sich verpflichten bis Drehbeginn notwendigeVorbereitungen für die Rolle zu treffen. Hierzu zählt etwa das Lernen desTextes genauso wie einen Bart wachsen zu lassen oder 10 Kilo abzunehmen.Derartige „Änderungen der äußeren Erscheinung“ müssen selbstverständlich genauim Vertrag festgelegt sein.
  • Presse- und PR Verpflichtungen.Nach Veröffentlichung des z.B. Filmes müssen die Darsteller für Presseterminezu Verfügung stehen.
  • Vergütung/Entgelt. „Für dievereinbarte Tätigkeit und Rechteabtretung erhält der Darsteller eineBruttopauschale von EUR…. Jeder weiter Drehtag wird mit einer Vergütung inHöhe von EUR…. abgegolten. Soweit Sozialversicherungsbeiträge abzuführen sindwerden diese vom Produzenten abgerechnet und abgeführt. Mit dieserPauschalvergütung sind sämtliche Ansprüche des Darstellers abgegolten (etwaNacht- Samstags- Sonntagsarbeit, Vorarbeiten, Proben etc.).
  • Rechteeinräumung:  Der Produzent lässt sich hier in der Regel umfangreiche     Verwertungsrechte  einräumen. Auch ein ausschließliches            Nutzungsrecht (siehe        Rn…) wird typischerweise eingeräumt. Weiterhin muss der             Produzent das Recht zur Bearbeitung bekommen. Hier allerdings unter „Beachtung und Wahrung der Persönlichkeitsrechte des Darstellers“. Der Umfang des     Bearbeitungsrechtes sollt ruhig ausführlich beschrieben sein: Zum Beispiel: „Das   Bearbeitungsrecht des Produzenten umfasst            insbesondere das Recht, den Film        zu kürzen, neue oder abgeänderte Szenen, Dialoge, Filmmusik etc. hinzuzufügen oder             die Handlungsumfolge umzustellen, zu synchronisieren, zu untertiteln, zu      übersetzen, sowie das Fortsetzungs-, Weiterentwicklungs-, Wiederverfilmungs-   und Neuverfilmungsrecht und das Recht, den Film für Bühnen und Hörspielfassungen            zu bearbeiten. Der Produzent ist berechtigt, einzelne Aufnahmen des Films oder Teile       des Films in andere Filme zu übernehmen, sowie den Film und einzelne Teile daraus          zur Werbung zu verwenden. Das Bearbeitungsrecht umfasst insbesondere auch die     Herstellung eines Making Of’s und Merchandisingrechte. „Merchandisingrechte“      bezeichnet Produkte und Dienstleistungen, welche auf dem Film, dessen      Charakteren,            Handlungen, audiovisuellen Bestandteilen oder Themen basieren. Der          Begriff           beinhaltet insbesondere Musik-CD’s, Kleidungsstücke, Bücher, Comics,            Soundtracks,            Fotos, Posters, Computerspiele und andere Medien und Produkte.

  • Auch die Namensnennung des
    Schauspielers im Vor- bzw. Abspann sollte geregelt sein
  • Wer kommt für Ausfälle auf? Wird
    eine Versicherung abgeschlossen?
  • Reiseklassen, Hotel und Spesen