Der Verlagsvertrag wird zwischen dem Verlag und einem Autor
(Urheber) oder einem Lizenznehmer geschlossen. Ein Lizenznehmer ist jemand der
ein Nutzungsrecht (siehe Rn….) von Urheber erhalten hat. Der Verlagsvertrag
richtet sich nach dem Verlagsgesetz.

Der Verfasser wird in diesem Vertrag verpflichtet dem Verleger
sein Werk zum Zweck der Vervielfältigung und Verbreitung zu überlassen. Hierzu
wiederum verpflichtet sich der Verleger durch den Vertrag.

Ein sehr wichtiger Teil dieses Vertrages ist wiederum die
Lizenzeinräumung bzw. Einräumung von Nutzungsrechten (siehe Rn….und Rn….)
gegenüber dem Verlag. Dieser braucht das Nutzungsrecht am Urheberrecht des
Autors für die Veröffentlichung und Vermarktung des Buches.

Die wichtigsten Fragen die vor Abschluss des Vertrages geklärt
werden müssen:

  • Welche Absichten hat der Verlag?
    Print oder E-Book Veröffentlichung? Werden Druckkosten komplett übernommen oder
    soll ein Zuschuss (siehe unten) gezahlt werden? Sind alle Klauseln im Vertrag
    verständlich und nachvollziehbar?
  • Welche Leistungen bietet der
    Vertrag? Wird ein Lektorat angeboten? Welche Form von Werbung und PR wird für
    ihr Buch gemacht?
  • Wie sieht das Bezahlungsmodell
    aus? Gibt es einen Vorschuss? Ab wie vielen verkauften Exemplaren gibt es eine
    Beteiligung am Nettoverkaufserlös? Hier gilt natürlich: Je höher der Vorschuss
    desto später die Umsatzbeteiligung. Wie hoch ist die Umsatzbeteiligung?

            Für die
Umsatzbeteiligung können folgende Richtwerte zur Orientierung genutzt       werden (Netto Preis):

  • rund 8 % beim Taschenbuch
  • rund 10 % beim Hardcover
  • rund 30% bei eBook
  • rund 40% bei einer reinen eBook
    Veröffentlichung

Abweichungen nach oben und unten können vertrags- bzw.
auflagebedingt vorkommen.

bb. Häufige Fallen im Verlagsvertrag

Es gibt eine Reihe von sogenannten „Pseudoverlagen“ bzw.
sogenannte „self publishing“ Dienstleister auf dem deutschen Buchmarkt. Diese
Verlage bieten den Druck und die Veröffentlichung eines Buches auf Kosten oder
mit Kostenbeteiligung („Druckkostenzuschuss“) des Autors an. Es geht ihnen
hierbei lediglich darum vom Autor für diese Leistung bezahlt zu werden. An
einem Erfolg des Buches haben sie kein Interesse.

Jedoch finden sich auch in Verträgen von seriösen Verlagen
Klauseln die für den Autor ungünstig wirken können.

  • Zu lange Dauer der
    Rechteübertragung.

Man sollte immer darauf achten, dass die Dauer der Übertragung von
Nutzungsrechten an den Verlag die Vertragsdauer nicht überschreitet.

  • Ungünstige Honorarmodelle

Viele Verträge sehen vor, dass erst nach einer bestimmten Anzahl
von verkauften Büchern („Break Even Point“) ein Honorar vom Verlag gezahlt wird.
Hier sollte man darauf achten, dass dieser Punkt ab dem der Verlag zahlt nicht
all zu weit herausgeschoben wird. Recht üblich ist beispielsweise eine
Beteiligung von 10% ab dem 501. verkauften Buch. Auch sollte darauf geachtet
werden, dass der Verlag keine versteckten, unnötigen oder offensichtlich
überzogenen Gebühren berechnet.

  • Freiexemplare

Diese sollten auch wirklich „frei“ das heißt umsonst für den Autor
bereitgestellt werden. Auch an diesem Punkt ist Vorsicht geboten. Bei unklaren
Formulierungen unbedingt abklären was diese Bedeuten sollen.

  • „Tranchen“ und „Aufbinden von
    Teilauflagen“

Hier geht es darum, dass der Verlag die vereinbarte Auflage in
mehrere Teilauflagen unterteilen möchte. Meist werden Gründe der
„Lagerhaltungs-Kapazität“ oder ähnliches angegeben. Einige schwarze Schafe
unter den Verlagen versuchen den Autor so um einen Teil der vereinbarten
Auflage zu bringen.

  • „Verfügbarkeit in Buchläden“

Sobald ein Buch eine ISBN („Internationale Standard Buchnummer“)
bekommt wird es in das „Verzeichnis Lieferbarer Bücher“ (=VBN) aufgenommen. Nun
kann jeder Buchladen dieses Buch bestellen. Entscheidend für den Verkaufserfolg
ist jedoch in aller Regel, dass ein Buch in den Buchläden ausgelegt bzw. dort
beworben wird.

Hier lohnt sich jedenfalls einmal die Nachfrage bei lokalen
Buchhändlern. Würden sie ein Buch welches von Verlag „xy“ herausgebracht
wurde  auslegen bzw. bewerben?

Und weiter: Wie reagiert der Verlag auf eine entsprechende
Nachfrage? Wie werden sie Buchhändler von dem Werk überzeugen?

  • Werbung und Rezensionen

Die richtige Werbung wird natürlich entscheidend für einen
Verkaufserfolg sein.

Doch wie sieht die aus? Unseriöse Verlage versprechen hier viel
was gut klingt. „Werbung im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels“ ist so ein Klassiker.
Diese Zeitschrift ist tatsächlich eine echte Größe auf dem Buchmarkt.
Allerdings befindet sich dort auf der letzten Seite ein unübersichtlicher
Anzeigenteil wo mit winzigen Annoncen für Buchveröffentlichungen geworben wird.
Das hilft ihrem Buch nicht!

Auch sind Buchrezensionen und Besprechungen in Presse und Rundfunk
eine äußerst gute Form der Werbung. Das bloße Versprechen des Verlages ihr Buch
entsprechenden Redaktionen „anzubieten“ hilft hier häufig nicht. Im Gegenteil:
Viele unseriöse Verlage schicken wahllos und ungefragt Exemplare an alle
möglichen Redaktionen von Zeitung, Radio oder Fernsehen. Dort wandern die
Bücher in aller Regel sofort in den Müll. Die gedruckten Exemplare sind dabei
vom Autor selbst bezahlt. Dieses Vorgehen nutzt in keiner Art und Weise.

  • Zweitauflageklausel (bei
    Erstauflage mit Druckkostenzuschuss)

Soweit man sich dafür entscheidet einen Verlagsvertrag mit
„Druckkostenzuschussanteil“ (also einer Beteiligung an den Druckkosten) zu
unterschreiben, sollte man zumindest auf eines achten: Für den Fall, dass sich
das Buch gut verkauft sollte der Autor die „Option auf den Druck einer
Zweitauflage ohne Zuschuss“ haben.