Nachträgliche  Änderung von Rolle oder Drehbuch

Am 13. Juni 2007 hat das  Bundesarbeitsgericht über die Klage einer Schauspielerin entschieden. Die Klägerin hatte die Rolle der „Jennie“ in dem Film „mit dem Arbeitstitel“ „Maria an Callas“ übernommen. Nach zwei Drehtagen wurde das Drehbuch dann geändert.  Jennie sollte nun nicht mehr die 54jährige Schwägerin und Freundin der Hauptdarstellerin, sondern deren 60jährige Mutter sein. Die Klägerin wollte als Jennie nur nach der bisherigen Drehbuchfassung tätig werden. Ihre Rolle wurde daraufhin anderweitig besetzt. Die Klägerin klagte ihre Vergütung für 13 weitere Drehtage ein. Das Bundesarbeitsgericht entschied, die Klägerin hätte die geänderte Rolle gemäß dem Darstellervertrag spielen müssen. Die neue Drehbuchfassung habe den vertraglich festgelegten Kern der Rolle nicht geändert. Das vertraglich zugrunde gelegte Rollenprofil der Klägerin sei gewahrt geblieben. Die Klage auf Vergütungszahlung erfolglos.  Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 13. Juni 2007 – 5 AZR 564/06 –

Dieser Fall soll zeigen, dass Schauspieler Änderungen bezüglich des Drehbuches oder der Rolle bis zu einem gewissen Grad hinnehmen müssen. Das Ganze hat natürlich Grenzen. Wenn eine Schauspielerin es moralisch nicht vertreten kann plötzlich eine Prostituierte zu spielen wird man sie dazu nicht zwingen können. Auch wird ein jüdischer Schauspieler glaubhaft machen können, dass es gegen seine Überzeugung verstößt einen SS Offizier zu spielen.