Die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) sitzt in München und kümmert sich um Tantiemen aus Zweitverwertungsrechten an sogenannten Sprachwerken. Hierzu zählen vor allem schöngeistige und dramatische sowie journalistische und wissenschaftliche Texte. Dies gilt auch, wenn Texte für Rundfunk oder Fernsehen verfasst bzw. dort verwendet werden. Außerdem werden mittlerweile auch Onlinetexte vergütet. Hierzu hat die VG Wort die Abteilung „Meldesystem für Texte auf Internetseiten“ (METIS) geschaffen. Hierüber kann quasi jeder Betreiber/Autor einer Webseite Vergütungen erhalten. Dafür ist allerdings eine Mindestbesucherzahl nötig. Für die entsprechende Messung vergiebt die VG Wort Zählpixel.

Die Texte müssen von den Autoren bei der VG
Wort gemeldet werden. Dies funktioniert mittlerweile online oder auch
„klassisch“ über die sogenannte Meldekarte. Zunächst muss jedoch eine
Registrierung als Autor (oder Verlag) bei der VG Wort erfolgen. Registrierung
und jährliche Anmeldung von Ansprüchen sind kostenlos.

Die VG Wort nimmt Geld ein über die
sogenannte Reprographievergütung. Hierunter werden alle Abgaben zusammengefasst
die für die Vervielfältigung von Texten anfallen. Dazu zählt vor allem die
Geräte- und Leermedienabgabe. Ein Teil des Verkaufspreises für
Vervielfältigungsgeräte (Drucker, Kopierer, DVD/BlueRay Brenner o.ä.) und für
Leermedien (z.B. bespielbare CDs/DVDs/BlueRays) geht an die VG Wort. Darüber
hinaus werden Vergütungen aus der Nutzung von Artikeln in Pressespiegeln und
für Nachdrucke in Schulbüchern eingenommen.

Bis Anfang 2016 war ex gängige Praxis bei
der VG Wort Ausschüttungen sowohl an Autoren als auch an Verlage vorzunehmen.
Der Bundesgerichtshof hat nun im April 2016 entschieden, dass diese Praxis der
Ausschüttung an Verlage rechtswidrig ist. In Zukunft ist also mit mehr Geld für
die Autoren zu rechnen.